Die kleinen Schwestern Mahya und Zahra wachsen Mitte der 2000er Jahre in Teheran auf und tun das, was Kinder tun: spielen, tanzen, weinen, neugierig sein. Ihr Onkel Massoud begleitet sie 18 Jahre lang mit der Kamera und fängt dabei Alltagsmomente ein. Das Filmmaterial zeigt er den mittlerweile erwachsenen Schwestern, doch der Film entsteht unter den Bedingungen des iranischen Regimes: Die Schwestern müssen sich schon früh an die strengen iranischen Bekleidungsvorschriften halten. Für den Film nutzt Massoud deshalb Tricks, sodass die Mahya und Zahra ab der Pubertät nur noch mit dem Gesicht oder im Dunkeln zu sehen sind – aus Vorsicht, denn sie haben es schon schwierig genug, so ihr Onkel. Die beiden lernen von klein auf die verschärften Regeln, wie sie sich zu kleiden und zu bewegen haben – und hinterfragen das schon früh und entwickeln sie sich zu kritischen, engagierten Studentinnen. 2022 beginnen schließlich die Proteste der „Jin, Jiyan, Azadî“-Bewegung, ausgelöst durch die grausame Ermordung von Jina Mahsa Amini durch die sogenannte Sittenpolizei. Das Geschehen verfolgen Mahya und Zahra auf ihren Handys. Selbstbewusst diskutieren sie mit ihrer konservativen Oma die Unterscheidung von Religion und Politik.
Im Dokumentarfilm lässt der Filmemacher Massoud Bakhshi die Archivaufnahmen seiner Familie für sich sprechen: Meistens zuhause oder in der Schule gefilmt, dringt durch die Audiospur des Fernsehers die politischen, religiösen und medialen Dimensionen in die privaten Räume. Die Auswahl der Aufnahmen aus den vergangenen Zeiten zeigt dabei einen sich verschärfenden Systemwandel. Die Kamera und das Bild werden mit Tricks an die repressiven Vorschriften angepasst. Ein besonderes Zeitzeugnis, das die zunehmenden Auswirkungen eines politischen Regimes im Privaten aufzeichnet und aus der Perspektive von selbstbewussten Mädchen erzählt.
Der Film läuft im Rahmen des Sonderprogramms „17 Ziele – Kino für eine bessere Welt“.