South Central Los Angeles, Mitte der 1980er-Jahre. Nach einer Schulschlägerei schickt die Mutter den 10-jährigen Tré zu seinem Vater, den er nur von Wochenendbesuchen kennt. In Crenshaw, einem von Armut und Kriminalität geprägten Viertel, trifft Tré alte Freunde wieder: Mit Doughboy, Ricky und Chris wird er seine High-School-Zeit verbringen. Sieben Jahre später dreht sich der Alltag der Clique um Gruppenzugehörigkeit, ersten Sex und Zukunftsfragen. Doch die allgegenwärtige Gewalt und Drogensucht im Viertel hat bei den Teenagern Spuren hinterlassen. Während Trés Vaters mit strenger Erziehung verhindern will, dass sein Sohn auf die schiefe Bahn gerät, hat sich Doughboy einer Gang, den „Crips“, angeschlossen und handelt mit Drogen. Das bringt die verfeindeten „Bloods“ auf den Plan, die es auf die Freundesgruppe abgesehen haben und eine Gewaltspirale bricht aus.
BOYZ N THE HOOD verbindet Erinnerungen des Regisseurs John Singleton an seine Jugend mit klassischen Elementen des Unterhaltungskinos, etwa der dramaturgischen Heldenreise. Diese erzählt anfangs von Trés Unbedarftheit als kleiner Junge und später das Heranwachsen zum Teenager in einer strukturell benachteiligten Nachbarschaft in den USA. Die allgegenwärtige Hip-Hop-Musik aus den Radios erzählt dabei von einem geteilten Lebensgefühl. Am Höhepunkt der Gewaltspirale entscheidet sich der Protagonist jedoch gegen die Gewalt. Stattdessen folgt er dem Weg seines Vaters, der sein Umfeld über die Wurzeln dessen aufklärt: über Gentrifizierung, geduldeten Drogenhandel und rassistische Polizeigewalt. Wenn Trés Vater sagt: „Sie wollen, dass wir uns selbst töten“, meint er damit strukturellen Rassismus gegen Schwarze, der zu Drogentoten und Gewalt innerhalb der Community führt. Der Film spricht dabei ein Selbstverständnis an, das auf die Bürgerrechtsbewegung der 1960er-Jahre zurückgreift.
Der Film läuft im Rahmen des bpb-Sonderprogramms „250 Jahre Freiheit für alle? Filmische Perspektiven auf die USA“ und wird im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln (OmU) gezeigt.
Hinweis: Der Film thematisiert und zeigt tödliche Gewalt und rassistische Polizeigewalt. Wir empfehlen, Ihre Schüler*innen entsprechend auf den Kinobesuch vorzubereiten.