Der Dokumentarfilm DAS DEUTSCHE VOLK widmet sich den Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen rechten Terroranschlags vom 19. Februar 2020 in Hanau, bei dem neun Menschen ermordet wurden. Im Film steht nicht wie so oft der Täter im Mittelpunkt, sondern die langfristigen Auswirkungen auf die Betroffenen. Bei anhaltendem Trauma bewältigen sie ihren Alltag: Sie trauern um ihre ermordeten Familienmitglieder und Freund*innen und finden Trost in der Community, die sich aus dem geteilten Schmerz in Hanau gebildet hat. Dabei entsteht auch die Initiative 19. Februar, die an den Anschlag erinnert und Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen fordert. Anklagend stellen sie ihre Fragen, warum die Fluchtwege bewusst verschlossen blieben, die Familien so spät von den Morden erfahren mussten und warum sogar in den Obduktionsberichten rassistische Beschreibungen auftauchen. Die Politik und polizeilichen Behörden entgegnen darauf nur mit leeren Worten. „Von einem Rassisten getötet, und der Rassismus geht weiter“, so Armin Kurtović, Vater des ermordeten Hamza Kurtović. Über vier Jahre hinweg begleitet der Film die Überlebenden und Angehörigen bei ihren unermüdlichen Kämpfen gegen Rassismus und für Gerechtigkeit, Aufklärung und gesellschaftliche Anerkennung.
Im Film DAS DEUTSCHE VOLK stellt der Regisseur Marcin Wierzchowski die Stimmen und Kämpfe der Hinterbliebenen und Überlebenden des rassistischen rechten Terroranschlags ins Zentrum und macht Trauer, Wut und Widerstand spürbar. Archivmaterial aus Nachrichten und offiziellen Stellungnahmen kontextualisiert die Aussagen der Angehörigen und macht die Diskrepanz zur offiziellen Darstellung durch die Politik sichtbar. In eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern entsteht ein bewegendes Zeugnis über institutionelles Versagen, die paradoxe Frage nach Wiedergutmachung und über das Ringen um Erinnerung.