Der Fremde

Der Fremde

Quelle: Weltkino Filmverleih

Ein philosophischer Ausflug in Camus’ existenzialistisches Schreiben

Im von Frankreich kolonisierten Algier, Ende der 1930er Jahre: Ein Mann steht vor Gericht. Meursault ist um die dreißig Jahre alt und ein emotionsloser, ruhiger Mensch. Und er hat einen Mann namens Moussa umgebracht, weil ihn die Sonne geblendet hat. Während er in seiner Gefängniszelle auf die Verurteilung wartet, erzählt der Film von Meursaults Gleichgültigkeit gegenüber der Welt: Von seinem unbeteiligten Auftreten bei der Beerdigung seiner Mutter, den fragwürdigen Machenschaften seines gewalttätigen Nachbarn Raymond, die ihn kalt lassen oder der Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie, die er heiraten würde, aber nicht liebt. Für Mersault bedeutet Liebe ebenso wenig wie Trauer oder Mitmenschlichkeit. Nicht wegen Mordes, sondern seiner Nonkonformität wird Meursault letztlich zum Tode verurteilt. Sein Verhalten hält der Gesellschaft und ihrer Doppelmoral den Spiegel vor. Und er selbst? Wird in der vollständigen Akzeptanz der Sinnlosigkeit der Welt ein freier Mensch.

Mit DER FREMDE präsentiert François Ozon eine Neuverfilmung des Romanklassikers von Albert Camus und folgt dabei der grundsätzlichen Erzählstruktur des Romans. Zu fotografischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen des Schauplatzes Algier werden Originaltexte des Ich-Erzählers im Voice-Over aufgegriffen. Der Film widmet sich der Frage nach dem Sinn und den Absurditäten des Lebens sowie der Bedeutung von Gefühlen und Normalität. Um den Stoff in den kolonialen Kontext zu setzen, ändert der Film Anfang und Ende ab, fügt Archivaufnahmen hinzu und stattet Figuren mit Namen und Geschichten aus. Hieran anknüpfend lässt sich den Fragen nachgehen, welche Erzählabsichten durch die vorgenommenen Erweiterungen verfolgt werden und inwiefern damit ein kritischer Blick auf den kolonialen Kontext des Werks gelingt.

Der Film wird in deutscher Synchronfassung gezeigt. Zu ausgewählten Terminen und auf Anfrage gibt es Vorstellungen im französischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln (OmU).

OmU – Original mit Untertiteln

Mit Gast

Mit Filmgespräch

Mit Kinoseminar der Bundeszentrale für politische Bildung

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