Dem 9-jährigen Moritz gefällt es nicht mehr in seinem Alltag. Mit der Schule hat er sich verkracht, weil er so viel träumt. Seine Eltern zerren an ihm, weil er so langsam ist. Und sein bester Freund zieht ins weit entfernte Leipzig. Gibt es auf den Sternen Diamanten, weil sie so schön leuchten? Ob Flöhe wohl aus Eiern schlüpfen? Kann man die Zeit anhalten? Um endlich mal in Ruhe über all die Fragen nachdenken zu können, die ihn beschäftigen, versteckt sich Moritz in der Litfaßsäule auf dem Marktplatz. Dort begegnet er einer geheimnisvollen sprechenden und dabei sehr vorlauten Katze, die ihm zuhört und mit der er über alles reden kann. Als schließlich der Plakatierer und Straßenfeger sein Versteck entdeckt, ihn aber nicht verrät, beginnt Moritz, sein Vertrauen in die Erwachsenen zurückzugewinnen.
Der DEFA-Spielfilm aus dem Jahr 1983 erzählt Moritz‘ Geschichte mit realfilmischen Mitteln in Kombination mit Stopp-Motion-Trickfilm. Die Erfahrungen, die Moritz macht, sind trotz der unterschiedlichen Systeme und der zeitlich weit in der Vergangenheit liegenden Filmhandlung vergleichbar mit denen von Kindern von heute. Eine Stärke des Films ist die Figurenzeichnung des Charakters Moritz als fantasievolles, kreatives und resilientes Kind, das die gesellschaftliche Realität, in der es lebt, hinterfragt und sich gegen die Verletzungen durch seine Bezugspersonen zur Wehr zu setzt. Der Film bietet auch die Möglichkeit, über Kindheit in der DDR und heute in den Austausch zu gehen. Die im Film eingesetzten Animationstechniken können untersucht und beschrieben werden.