Ein Stein fliegt und klirr – das Fenster des Nachbarn geht kaputt. Ramona und Nico sind Freundinnen, faule Lappen und frisch aus der Schule. Doch statt sich Gedanken um ihre Zukunft zu machen, lassen sie sich lieber vom hitzigen Berliner Sommer erschlagen. Als sie einen Nachbarsvogel freilassen, müssen sie fliehen – in die politisch aufgeladene Welt, auf die sie eigentlich keine Lust haben. Auf ihrer ziellosen und halbherzigen Suche nach dem entflogenen Vogel und bald auch Nicos Bruder, ringen sie um ihre Freundschaft und den Glauben an sich selbst.
Die Autorin und Regisseurin Sorina Gajewski inszeniert ihren sommerlichen Streifzug mit großer Unmittelbarkeit und einem Gespür für die kleinen, oft unerwartet berührenden Momente des Alltags. Die improvisiert wirkenden Dialoge und der Einsatz von Jazzmusik verleihen dem Coming-of-Age-Debüt eine authentische, lebendige Atmosphäre. Stilmittel wie Jump Cuts, Reißschwenks oder die beim Laufen verwackelte Handkamera ziehen ins Geschehen, Schlieren über den Bildern machen die Hitze spürbar. Allmählich verdichten sich die Nebensächlichkeiten zu einem gut beobachteten Porträt der Generation Z. Erst wirken die Ramona und Niko desillusioniert und völlig antriebslos. Letztlich suchen die angeblichen „Nulpen“ aber nach einem tieferen Sinn im Leben – und nach Geborgenheit.