Verflucht Normal

Verflucht Normal

Quelle: Wild Bunch

Vom Außenseiter mit Tourette-Syndrom zum Aktivisten gegen Ausgrenzung

In den 1980er Jahren wird John mit Tourette-Syndrom diagnostiziert. Der sportliche und beliebte 12-Jährige kämpft auf einmal mit unkontrollierbaren Tics, zuckt mit dem Kopf oder flucht laut. In seiner schottischen Kleinstadt versteht niemand, was mit ihm los ist: Von seiner Familie und seinen Lehrern wird er als Problemkind abgestempelt, von seinem Umfeld ausgegrenzt. Auch als junger Erwachsener lebt John zurückgezogen und passiv. Bis er Dottie kennenlernt, die Mutter seines alten Schulfreunds Murray: Bei ihr erlebt er zum ersten Mal Verständnis und bedingungslose Akzeptanz. Er beginnt, für sich selbst und andere Betroffene einzustehen.

„I swear“ lautet der Filmtitel ganz simpel im englischen Original: Ich fluche – na und? Von einem so selbstverständlichen Umgang mit Symptomen des Tourette-Syndroms sind wir noch immer weit entfernt. Doch seit den 1980er Jahren hat sich viel getan, was die öffentliche Wahrnehmung der Krankheit, die neurologische Forschungslage und die Selbstvertretung von Betroffenen angeht. Das liegt zu einem großen Teil an der unermüdlichen Aufklärungsarbeit von Aktivisten wie John Davidson, auf dessen realer Biografie der Film basiert. Als Berater war Davidson auch unmittelbar an der Filmproduktion beteiligt. VERFLUCHT NORMAL ist ein unterhaltsames und massentaugliches Biopic, das gleichzeitig Wissen über eine oft missverstandene Krankheit vermittelt und Empathie schult. John erfährt im Laufe seines Lebens viel Stigmatisierung, Ausgrenzung und sogar körperliche Gewalt. Das Problem sind dabei weniger seine Tics selbst, sondern das mangelnde Verständnis und die ablehnenden Reaktionen seines Umfelds. Trotzdem spielt im Film auch Humor eine zentrale Rolle: Er spielt gezielt mit den teils absurden und lustigen Situationen, die durch Johns verbale Tics entstehen. Doch gelacht wird nie auf Johns Kosten oder über ihn. Das liegt auch an der vielschichtigen Darstellung des Hauptdarstellers Robert Aramayo.

Der Film wird in deutscher Synchronfassung gezeigt. Zu ausgewählten Terminen und auf Anfrage gibt es Vorstellungen im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln (OmU) oder im englischsprachigen Original mit englischen Untertiteln (OmeU).

OmU – Original mit Untertiteln

Mit Gast

Mit Filmgespräch

Mit Kinoseminar der Bundeszentrale für politische Bildung

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