Pressemitteilung vom 22.11.2019: Die SchulKinoWochen Berlin gehen erfolgreich zu Ende

Die SchulKinoWochen Berlin gehen erfolgreich zu Ende

Ausgebuchte Kinosäle, intensive Filmgespräche und große Kino-Momente

Mit mehr als 250 Kinovorstellungen in über 40 Spielstätten haben die von VISION KINO und dem JugendKulturService veranstalteten 16. SchulKinoWochen Berlin ein umfangreiches Programm für Grund- und Oberschulen gezeigt. Vom 8.-22. November nahmen am Hauptprogramm 20.000 Schüler*innen und ihre Lehrkräfte teil. Mit den Vorführungen der Kooperationsprogramme haben insgesamt rund 30.000 Schüler*innen und Lehrer*innen den Unterricht ins Kino verlegt. Damit konnte die Rekordbeteiligung des letzten Jahres wiederholt werden. In zahlreichen Filmgesprächen waren Filmschaffende und Fachexpert*innen zu  Gast, die mit den Schüler*innen das Filmerleben vertieften. Zum Finale am letzten SchulKinoWochen-Tag stand die Preisverleihung des von VISION KINO und dem KiKA vergebenen Drehbuchpreises „Kindertiger“ auf dem Programm, der in diesem Jahr an Lea Schmidbauer für ihr Drehbuch OSTWIND –ARIS ANKUNFT ging. Im nächsten Jahr gehen die Berliner SchulKinoWochen dann in ihre 17. Runde und laden Berliner Schulklassen vom 13.-27. November 2020 wieder zu zwei Wochen voller Spannung, Emotion und großem Kino ein.

Foto: Jana Mila Lippitz/SchulKinoWochen Berlin          Foto: Robert Paul Kothe/SchulKinoWochen Berlin

Ausgebuchte Kinosäle: Publikumslieblinge 2019

Eindeutiger Publikumsliebling der diesjährigen SchulKinoWochen Berlin war der Animationsfilm FRITZI – EINE WENDEWUNDERGESCHICHTE von Ralf Kukula und Matthias Bruhn. Der Film, der aus der Sicht eines Kindes von der Zeit der Friedlichen Revolution 1989 erzählt, begeisterte in über 20 Vorstellungen mehr als 3.500 Schüler*innen und ihre Lehrkräfte. Auf Platz zwei lag der Film CHECKER TOBI – DAS GEHEIMNIS UNSERES PLANETEN. Auch bei Erik Schmitts Berlinfilm CLEO fieberten und erlebten besonders viele Besucher*innen mit den Figuren auf der Leinwand mit.

Bei den Filmen für die älteren Schüler*innen überzeugten neben den Spielfilmen DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT von Aron Lehmann und GET LUCKY – SEX VERÄNDERT ALLES von Ziska Riemann die Dokumentarfilme NUR EINE FRAU von Sherry Hormann, UNSERE GROSSE KLEINE FARM von Kohki Hasei und DARK EDEN – DER ALBTRAUM VOM ERDÖL von Jasmin Herold und Michael Beamish. Lehrer*innen nutzten diese Angebote, um sich mit ihren Schüler*innen kritisch mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Themen auseinanderzusetzen und zugleich filmische Ausdrucks- und Erzählformen kennenzulernen und zu vertiefen.

Große Kino-Momente: Mit Filmschaffenden im Gespräch

Wie viele Menschen arbeiten an einem Film? Müssen Knutschszenen im Film auch synchronisiert werden? Und wie lässt man die Phantome von Albert Einstein und Marlene Dietrich durch das heutige Berlin wandern? Zwei Wochen lang kamen Schüler*innen aller Klassenstufen ins Gespräch mit Filmschaffenden aus den verschiedensten Gewerken.

In gleich mehreren Veranstaltungen begeisterten die Kinderdarsteller*innen aus dem Film ALFONS ZITTERBACKE – DAS CHAOS IST ZURÜCK Tilman Döbler, Lisa Moell, Leopold Ferdindand Schill und Elias Siegmann das junge Publikum. Paulina Grüne und Anselm Düringer, die den Figuren Tess und Sam aus MEINE WUNDERBAR SELTSAME WOCHE MIT TESS ihre Stimme geliehen haben, sprachen über lustige Versprecher, ihre Erfahrungen und wie man mit zwölf Jahren Synchronsprecher*in wird. Und Regisseur Erik Schmitt war mit den Hauptdarsteller*innen seines Films CLEO, Marleen Lohse und Jeremy Mockridge, zu Gast und ließ die anwesenden Schüler*innen die fließenden Übergänge zwischen gespielter Welt und gelebter Wirklichkeit erkunden.

Die gemeinsame Vertiefung des individuellen Filmerlebens stand auch in weiteren Gesprächen im Mittelpunkt. Susanne Heinrich präsentierte ihren Essayfilm DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN, Alice Agneskirchner (LAMPENFIEBER) und Melanie Andernach (GLOBAL FAMILY) berichteten von der Entstehung ihrer Dokumentarfilme und Drehbuchautorin Luci van Org (ELECTRIC GIRL) erzählte, wie man „seine Figuren beim Schreiben lieben und verteidigen muss, auch wenn man sie manchmal hasst“.

Intensive Filmgespräche: Im Filmprogramm „30 Jahre Mauerfall“

Wie wirkt ein Film aus der Wendezeit im Hier und Jetzt? Und was erzählen uns Filme über ein Land, das es heute nicht mehr gibt? Im Rahmen der gemeinsam mit VISION KINO und der Bundeszentrale für politische Bildung präsentierten Sonderreiche „30 Jahre Mauerfall“ waren Schüler*innen eingeladen, filmische Perspektiven auf ein Stück deutsch-deutsche Geschichte zu untersuchen. Regisseur Wolfgang Becker blickte mit über 150 Schüler*innen auf die Filmarbeiten zu seiner Komödie GOOD BYE, LENIN! und die darin thematisierte Wendezeit zurück. Ähnliche Anknüpfungspunkte boten die Gespräche mit Regisseur Florian Aigner über seinen Film IM NIEMANDSLAND. Im Zeughauskino diskutierten Schüler*innen über Vergangenheitsblicke und Gegenwartsbezüge in Herrmann Zschoches DEFA-Film DAS MÄDCHEN AUS DEM FAHRSTUHL. Und im Kinoseminar zum Dokumentarfilm SPERRMÜLL von Helke Misselwitz stand die Auseinandersetzung mit dem Film als künstlerisches Werk und historisches Quellenmaterial im Fokus.

Foto: Johanna Eckhardt/SchulKinoWochen Berlin

Auf und neben der Leinwand: Fachexpert*innen erzählen von der Praxis des Filmschaffens und ihrer Arbeit

Mit dem Schwerpunkt „Filmberufe“ konnten Berliner Schüler*innen Blicke hinter die Kulissen des Filme- und Kinomachens werfen. Kinos öffneten ihre Projektionskabinen, Klassen setzten sich in Themenführungen mit der Arbeitswelt im Film auseinander oder befassten sich in Workshops mit Drehbüchern. Wie Filme für blinde und sehbehinderte Kinogänger*innen erlebbar gemacht werden, wurde in der gemeinsam mit der Deutschen Kinemathek – Museum für Film- und Fernsehen und der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW präsentierten Veranstaltung „Filme sehen – Filme hören“ verhandelt, zu der sehende und nichtsehende Schüler*innen eingeladen waren. Durch das Programm führte die FBW-Jugend Filmjury Berlin: Zunächst präsentierten die Jugendlichen den DEFA-Kurzfilm EIN FRIEDLICHER TAG von Sieglinde Hamacher (DDR, 1985), für den sie in einem zweitätigen Workshop eine Hörfilmbeschreibung erstellt hatten. Dann wurde ALFONS ZITTERBACKE von Mark Schlichter mit offener Audiodeskription vorgeführt. Zum anschließenden Filmgespräch waren die Hörfilmautorinnen Anke Nicolai und Roswitha Röding zu Gast im Kino.

Nicht nur bei dieser, auch bei vielen anderen Vorstellungen ist die heterogene Zusammensetzung des Publikums hervorzuheben, durch welche die SchulKinoWochen-Veranstaltungen für verschiedenste Lerngruppen zu inklusiven Erlebnissen wurden.

Großen Anklang fanden in diesem Jahr auch die Filmgespräche mit Fachexpert*innen, die gemeinsam mit den Filmpädagog*innen die Brücke zwischen Film und thematischen Hintergründen geschlagen haben. So sprachen Schüler*innen aus Kreuzberg nach dem Film NUR EINE FRAU mit Asmen Ilhan vom Verein Heroes e.V.- Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre über die verschiedenen Vorstellungen des Begriffs der Ehre und über die Frage, was es mit uns macht, wenn die Schauplätze eines Films direkt vor unserer Haustür sind.

Im Rahmen des Filmprogramms zum Wissenschaftsjahr 2019 – Künstliche Intelligenz beantworteten Prof. Dr. Florian Koch von der Hochschule für Technik und Wissenschaft Berlin (htw) und Prof. Dr. Hans-Dieter Burkhardt (em.) von der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) die Fragen zahlreicher Grundschulkinder zu WALL•E – DER LETZTE RÄUMT DIE ERDE AUF. Schüler*innen der Oberstufe diskutierten mit Informatikerin Dr. Andrea Knaut, Leiterin des Turing-Bus-Projekts der Gesellschaft für Informatik (GI) und der Open Knowledge Foundation (OKF) im Filmgespräch zu BLADE RUNNER (Final Cut) über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen und künstlichen Wesen.

Ausklang mit den Kooperationsprogrammen & SchulKinoWochen Berlin 2020

Die Kinotüren zum Spatzenkino, dem Kinderfilm des Monats und Kino ab 10 stehen noch bis Mitte Dezember 2019 offen. Die Filmprogramme bieten im Rahmen der SchulKinoWochen Berlin ein zusätzliches Angebot für Schüler*innen und Kindergartenkinder. Nächstes Jahr gehen die Berliner SchulKinoWochen dann in ihre 17. Runde und laden Berliner Grund- und Oberschulklassen vom 13.-27. November 2020 wieder zu zwei Wochen voller Spannung, Emotion und großem Kino ein. Programminformationen sind ab dem neuen Schuljahr erhältlich.


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