Filmbildung zur Geschichte und Gegenwart von Sinti* und Roma*
Der nationalsozialistische Völkermord an den Sinti* und Roma* ist kaum in der gesellschaftlichen Erinnerung und Verantwortung verankert. Seine Aufarbeitung musste durch die Bürgerrechtsbewegung selbst erkämpft werden. Bis heute werden Sinti* und Roma* im Film wie in unserer Gesellschaft systematisch „vergessen“ oder mit rassistischen Stereotypen dargestellt. Wie auch bei anderen Diskriminierungsformen ist ein Anstieg antiziganistischer Vorfälle zu beobachten.
Das Projekt Neve paramisija rückt Filme mit den Perspektiven von Sinti* und Roma* in den Mittelpunkt. Durch Filmveranstaltungen, Bildungsmaterialien, Schulungen für Multiplikator*innen und eigene Filmproduktion vermittelt es Wissen über den NS-Völkermord an den Sinti* und Roma* und über Antiziganismus in der Gegenwart. Es stärkt demokratische Werte für Vielfalt und Diskriminierungskritik und regt die Auseinandersetzung mit Film als Kunstform an. Im Rahmen des Projekts finden in Berlin zwei Kinoseminare statt:
Django – Ein Leben für die Musik ab Klasse 9
Der Film erzählt eine fiktionalisierte Episode aus dem Leben des erfolgreichen Sinto-Jazzgitarristen Django Reinhardt während der deutschen Besatzung Frankreichs im Jahr 1943. Er thematisiert die Geschichte der Verfolgung von Sinti* und Roma* sowie die Rolle von Musik, Widerstand und individuellem Handeln unter diktatorischen Bedingungen.
Termin: Fr 20.11. 10.00 Uhr – delphi LUX
mit Filmgespräch und Gast
Zirkuskind ab Klasse 3
Der elfjährige Santino wächst im Circus Arena auf. Sein Uropa Ehe erzählt die tollsten Geschichten: von seinen ersten Versuchen als Clown oder dem größten Elefanten aller Zeiten. Doch von ihm lernt Santino auch über die Verfolgung seiner Familie als Sinti* und reisende Menschen durch die Nationalsozialisten und die Vorurteile, die ihnen immer noch begegnen.
Termin: Mo 23.11. 9.00 Uhr – Kino Krokodil
mit Filmgespräch
Das Projekt Neve Paramisija ist eine Kooperation des Critical Film & Image Hubs an der Forschungsstelle Antiziganismus (Universität Heidelberg) mit Romanity e.V. und Vision Kino – Netzwerk für Film und Medienkompetenz. Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) gefördert und im Rahmen des Förderprogramms Bildungsagenda NS-Unrecht von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) umgesetzt.
