SchulKinoAbend für Lehrkräfte

Herr Bachmann und seine Klasse (c) Grandfilm
Herr Bachmann und seine Klasse (c) Grandfilm

Filmvorführung & Filmgespräch

Im Rahmen des SchulKinoAbends für Lehrkräfte am
Donnerstag, 4. November 2021 um 17.30 Uhr im Eva Lichtspiele
wird der Dokumentarfilm HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE gezeigt.

Über ein Schulhalbjahr hat die Dokumentarfilmerin Maria Speth eine sechste Klasse voller Quereinsteiger*innen aus zwölf verschiedenen Ländern und ihren außergewöhnlichen Lehrer begleitet. Entstanden ist ein dreieinhalbstündiges Werk in der Tradition des Direct Cinema, das die Herausforderungen im System Schule exemplarisch einfängt und für ein solidarisches Miteinander in der Bildung wirbt. Der Film wurde auf der Berlinale 2021 mit einem Silbernen Bären und dem Publikumspreis ausgezeichnet.

Im Anschluss an die Kinovorführungen lädt ein Filmgespräch zum Austausch und zur Diskussion ein. Methoden des Filmgesprächs können dabei selbst erprobt und gemeinsam reflektiert werden.
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

ORT & KINO
04.11.2021 um 17.30 Uhr im Eva Lichtspiele Wilmersdorf

ANMELDUNG
Um Voranmeldung an berlin@schulkinowochen.de wird gebeten. Ein spontanes Erscheinen im Kino am Tag der Veranstaltung ist aber ebenfalls möglich. Den ermäßigten Eintrittspreis von 7,00€ zahlen sie am Veranstaltungstag an der Kinokasse.


HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE
Dokumentarfilm, Deutschland 2021, Regie: Maria Speth, 217min

Für ein solidarisches Miteinander in der Bildung

Morgengrauen im hessischen Stadtallendorf: Ein Linienbus schiebt sich durchs Industriegebiet, in der Bäckerei „Yilmaz“ herrscht schon Betrieb, nur die Schüler*innen der 6b wirken zum Unterrichtsbeginn müde. „Na dann tauchen wir alle noch mal zwei Minuten ab“, sagt Klassenlehrer Dieter Bachmann, und wie auf Kommando sinken die Köpfe auf den Tisch. In dem 65-jährigen Pädagogen mit Strickmütze und ACDC-Shirt hat die Dokumentarfilmerin Maria Speth einen charismatischen Protagonisten gefunden – und in seiner Klasse an der Georg-Büchner-Schule eine Modellkonstellation aus dem deutschen Schulalltag. Die Jugendlichen aus zwölf verschiedenen Ländern sind erst seit kurzem in Deutschland, ihre Sprachkenntnisse und Lernkompetenzen verschieden. Sie sind im wichtigen Jahr vor dem Übergang in eine weiterführende Regelklasse. Und ihre Lehrkräfte stehen mit Herrn Bachmann und seiner jüngeren Kollegin Frau Bal für zwei Generationen Schuldienst.

HERR BACHMANN UND SEINE KLASSE beobachtet im Direct-Cinema-Stil, also ohne sichtbare Präsenz der Kamera und ohne erklärenden Kommentar, das bunte Treiben in diesem Klassenraum: Es wird gelernt, gelacht, gestritten, getröstet – und vor allem: musiziert. Mal ist es ein Soloauftritt von Bachmann, der ein Gespräch über Homosexualität in Gang bringt, mal eine kollektive Jamsession, um beim Krachmachen Dampf abzulassen. Bachmann geht auf die Bedürfnisse der Lerngruppe ein, lässt sie über Erfahrungen und Gefühle sprechen, bewahrt sich mit Ich-Botschaften aber auch Respekt. Gleichzeitig werden wir Zeugen unterschiedlicher pädagogischer Methoden und Reflexionsebenen. Es ist die Stärke der dokumentarischen Langzeitbeobachtung, die Facetten der Gruppe, aber auch die spezifischen Schwierigkeiten von Neuankömmlingen wie Stefi, Ilknur oder Ferhan zu beleuchten. Über ein komplettes Schulhalbjahr war das dreiköpfige Filmteam in der Klasse. Entstanden ist ein dreieinhalbstündiges Werk in der Tradition von Frederick Wiseman, das für ein solidarisches Miteinander in der Bildung wirbt.

(Auszug aus dem FilmTipp von VISION KINO)