Ephraim und das Lamm

Ephraim und das Lamm (c) Neue Visionen
Ephraim und das Lamm (c) Neue Visionen

Spielfilm, Äthiopien/Frankreich/Deutschland/Norwegen, Katar 2015, Regie: Yared Zeleke, 90 min,               ab Klasse 4

„Ich würde auch viel lieber hierbleiben, Ephraim.“

Der neunjährige Ephraim lebt mit seinem Vater Abraham und seinem Lamm Chuni in einem kargen Landstrich Äthiopiens. Zum Überleben reichen die Einkünfte des Vaters nicht. Der Vater geht in die Hauptstadt Addis Abeba, wo sich leichter Jobs finden lassen. Ephraim wird zu seiner Tante, der Schwester seiner verstorbenen Mutter, geschickt. Natürlich muss sein geliebtes Lämmchen mitkommen. Schließlich ist es das einzige, was ihm nun noch bleibt. In der neuen Familie findet Ephraim nur schwer Anschluss. Onkel Solomon möchte ihn für die Feldarbeit einsetzen, aber Ephraim verbringt die Zeit lieber mit „Frauenarbeit“: Er kocht und verkauft das Essen auf dem Markt, um sich Geld für eine Fahrkarte zurück in sein Dorf zu verdienen. Seine einzigen Vertrauten sind Großmutter Emama und die rebellische Tochter Tsion, die gerne Landwirtschaft studieren würde.

Zeleke, der in Äthiopien zuvor Filme für NGOs und die UN drehte, trifft mit seinen nüchternen Beobachtungen der armen Landbevölkerung und atemberaubenden Landschaftstotalen den richtigen Tonfall zwischen Realismus und märchenhaften Elementen. Eindrucksvoll ist die Rolle der progressiven Frauen im Film, die zu Mentorinnen für den Jungen werden. Dabei zeichnet der Film aber das differenzierte Bild eines traditionellen Landes, in dem Frauen nach wie vor um gesellschaftliche Anerkennung kämpfen müssen. Die Filmsprache, die viel mit dem Kontrast von Close-ups und Totalen arbeitet, eröffnet den Zugang zu der Geschichte über Ephraim, der sich allen Widrigkeiten zu Trotz in der Welt zu behaupten lernt.

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OmU Original mit Untertiteln
Mit Filmgespräch Mit Gast Mit Workshop
Mit Kinoseminar der Bundeszentrale für politische Bildung